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Websites, die verkaufen

Drei Werte entscheiden, ob Google Ihre Seite schnell findet

Google misst Ladezeit an echten Besuchen, nicht im Labor. Welche drei Zahlen zählen, wo die Grenzen liegen und warum der häufigste Fehler nichts mit der Leitung zu tun hat.

· 5 Minuten Lesezeit · Primeweb GmbH, Zürich

Ein Mann mit Bart sitzt in einem Café, hält sein Smartphone in der Hand und wartet, bis die Seite geladen ist.

Wenn eine Website als «langsam» gilt, ist meistens von der Ladezeit die Rede — einer einzigen Sekundenzahl. Google arbeitet seit Jahren anders. Gemessen werden drei getrennte Werte, und zwar nicht auf einem Testrechner, sondern an den Geräten echter Besucherinnen und Besucher. Wer die drei kennt, sieht auch, woran es liegt.

Was gemessen wird

Largest Contentful Paint (LCP) — wie lange es dauert, bis das grösste sichtbare Element steht. Meist das Hauptbild oder die Überschrift. Grenze: 2,5 Sekunden.

Interaction to Next Paint (INP) — wie lange die Seite braucht, um auf einen Klick oder Tipp sichtbar zu reagieren. Grenze: 200 Millisekunden.

Cumulative Layout Shift (CLS) — wie stark der Inhalt beim Laden noch springt. Grenze: 0,1.

Entscheidend ist, wie Google auswertet: am 75. Perzentil. Ihre Seite besteht einen Wert erst, wenn mindestens drei von vier echten Seitenaufrufen darunter liegen. Ein guter Durchschnitt genügt nicht — die langsamen Viertel zählen mit.

Zur Einordnung: Laut dem Web Almanac 2024 des HTTP Archive schaffen das auf Mobilgeräten rund 43 Prozent aller Websites, auf dem Desktop rund 54.

Der Wert, den fast niemand auf dem Schirm hat

LCP und INP hängen an Servern, Bildgrössen und Skripten — daran denkt man. CLS nicht. Dabei ist er der Wert, den Ihre Besucher am deutlichsten spüren: Sie beginnen zu lesen, das Bild darüber lädt nach, der Text rutscht weg. Wer in dem Moment auf einen Knopf tippen wollte, trifft etwas anderes.

Die häufigste Ursache ist unspektakulär. Ein Bild ohne Angabe von Breite und Höhe im Code kann vom Browser nicht vorab eingeplant werden — er weiss schlicht nicht, wie viel Platz er freihalten soll. Erst wenn die Bilddatei eintrifft, kennt er das Seitenverhältnis und schiebt alles Nachfolgende nach unten.

Der Gegenzug kostet zwei Zahlen pro Bild:

<img src="/img/team.webp" alt="Unser Team" width="1200" height="800">

Diese Angaben legen die Anzeigegrösse nicht fest. Wie gross das Bild tatsächlich erscheint, bestimmt weiterhin das Stylesheet. Die beiden Zahlen liefern dem Browser nur das Verhältnis, damit er den Platz von der ersten Millisekunde an reservieren kann.

Eine Bedingung gehört dazu, und sie wird oft vergessen: Im Stylesheet muss

img { max-width: 100%; height: auto; }

stehen. Ohne height: auto nimmt der Browser die Höhenangabe wörtlich, sobald die Breite per CSS verändert wird — und verzerrt das Bild. Beides zusammen ergibt kein Springen und keine Verzerrung.

Woran Sie den Stand Ihrer eigenen Seite sehen

Die Werte lassen sich ohne Konto und ohne Installation prüfen. In Chrome messen die Lighthouse-Berichte Ihre Seite unter kontrollierten Bedingungen — das ist die Laborsicht und gut zum Vergleichen von Vorher und Nachher. Was Google für das Ranking verwendet, sind die Felddaten aus echten Besuchen; die finden Sie in der Search Console unter «Core Web Vitals».

Beide Zahlen dürfen auseinanderliegen. Das Labor kennt weder ältere Telefone noch schwankendes Mobilnetz. Wenn die Feldwerte schlechter sind als die Laborwerte, ist das kein Messfehler, sondern der Unterschied zwischen Ihrem Arbeitsplatz und dem Alltag Ihrer Kundschaft.

Was das für ein KMU praktisch heisst

Sie müssen keine Sekundenjagd betreiben. Es reicht, die drei Grenzen zu kennen und die Ursachen in der richtigen Reihenfolge anzugehen: zuerst das grösste Bild im sichtbaren Bereich, dann alles, was beim Laden noch springt, zuletzt die Skripte, die auf Klicks warten. Die ersten beiden Punkte sind meist eine Sache von Stunden, nicht von Wochen — und sie sind genau die, die Ihre Besucher bemerken.

Quellen: Core Web Vitals Thresholds, web.dev · Web Almanac 2024, HTTP Archive

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